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DETAILTYPOGRAFIE: SCHRIFTSATZ
IN DER PRAXIS
❦ ТИПОГРАФИКА: АНАТОМИЯ ТЕКСТА И СИСТЕМА ЗНАКОВ

EIM SCHREIBEN ERWARTET MAN eine korrekte Schreibweise »Orthografie« (griech. Rechtschreibung). Eine »Orthotypografie«,
also fehlerfreies Arbeiten mit Text und Schrift, ist eine Voraussetzung für richtiges und gutes Russisch. Auch im russischen Satz gibt es klare Regeln, die die Setzer
vor Jahrhunderten formuliert und gepflegt haben.

Die folgenden Hinweise zur russischen Detailtypografie (dieser wunderbar poetische Begriff wurde von Friedrich Forssmann eingeführt) gelten uneingeschränkt für einen funktionsgerechten Werksatz. Für das richtige und gute Russisch! Dennoch sind diese Satzregeln nur ein kleiner Ausschnitt aus dem umfangreichen und jahrhundertelang gewachsenen russischen Kanon.

 

Großschreibung

Groß schreibt man Namen und am Satzanfang. Auch staatliche und seit kurzem religiöse Feste schreibt man groß, sowie unzählige Abkürzungen. Die übliche höfliche Anredeform ist der Eigenname mit dem Vaternamen, abgeleitet vom Vornamen des Vaters mit speziell angepasster Endung (weiblich-männlich unterschiedlich), ein sogenanntes Patronym. Im Gegensatz zum deutschen Gebrauch taucht der Nachname beim respektvollen Umgang nicht auf.

Bis auf einige wenige
Ausnahmen, z.B. das Wort »Heimat«, werden
die Pronomen
klein geschrieben.

 

Anführungszeichen

Es werden beide Formen der Anführungszeichen verwendet. Die deutschen Gänsefüßchen werden wie in Deutschland gesetzt: 99 unten – oben 66. Die französischen Guillemets – wie in Frankreich: mit den Spitzen nach außen.

 

Bei der ineinander verschachtelten
Anführung verwendet man beide Anführungsarten:
außen die Guillemets,
innen die Gänsefüßchen.

 

Gedankenstrich

Als Gedankenstrich verwendet man den tatsächlichen Geviert-Strich. Er ist richtig lang und wird traditionell ohne Wortzwischenräume gesetzt. Die Setzweise kommt ursprünglich aus England. Dabei soll man entsprechend spationieren.

 

Direkte Rede

Direkte Rede setzt man in Guillemets. Nach dem Komma folgt ein Geviert-Strich ohne Wortzwischenraum.

 

Dialoge

In Dialogen verwendet man bei jedem Sprecherwechsel einen Spiegelstrich
in Form des echten Gevierts. Der Spiegelstrich ersetzt die deutschen Anführungszeichen. Der Abstand nach dem Spiegelstrich beträgt mindestens einen Wortzwischenraum, gerne etwas mehr. Man setzt Dialoge mit einem Einzug.
Jeder Sprecherwechsel geht immer einher mit einem Zeilenwechsel.

Im Unterschied
zum Deutschen benutzt
man im Russischen
zur Kennzeichnung
der Dialoge keine Anführungszeichen.

 

Datumsangaben

Im Fließtext wird der Monat ausgeschrieben, unter Berücksichtigung der Deklination mit entsprechender Wortendung: der Monat und das Wort »Jahr«
im Genitiv. Die deutsche Entsprechung würde zum Beispiel lauten: … am 1. Tag des Januars des Jahres 2008.

Als Abkürzung benutzt man häufig die Form wie in Deutschland: Tag, Monat und Jahr als Ziffernpaare, getrennt mit einem Punkt. Das Ziffernpaar des Jahres wird mit einem kleinen [ge] und einem Punkt abgeschlossen. [ge] ist die Abkürzung für das Wort »Jahr« [god].

 

Ordnungszahlen

Als Ordnungszahlen (zum Beispiel Peter der Erste, das 21. Jahrhundert) verwendet man nur die römischen – nie die arabischen. Dementsprechend braucht man
keine Unterscheidung im Form eines Punktes nach der römischen Zahl.

 

Zeitangaben

Zwischen zwei Jahreszahlen verwendet man den langen Geviert-Strich ohne Wortzwischenraum. Die zweite Jahreszahl wird immer komplett geschrieben, nie abgekürzt wie z.B. 1983–93, da die Strichlänge optisch irritieren würde. Am Ende steht die Abkürzung [ge ge] mit einem Punkt, synonym für den Plural des Wortes »Jahr«.

Bei der Angabe eines Jahrzehnts (z.B. 80er Jahre) verwendet man einen kurzen Strich und [e]. Dabei wird das Wort »Jahre« ausgeschrieben.

Für die Abkürzung »v. Chr.« (3. Jhdt. v. Chr.) verwendet man das Neutrale »vor unserer Zeit«. Es ist logisch, wenn man bedenkt, wie viele Muslime und Buddhisten in der Russischen Föderation leben.

 

Zahlen: Gliederung und Sonderzeichen

Zahlen mit mehr als drei Stellen werden mit Zwischenräumen (geschützter Wortzwischenraum) unterteilt, und zwar in Dreiergruppen von rechts.

Bei einer Nummer verwendet man immer ein spezielles Numero-Zeichen. Die Abkürzung Nr. ist in Russland nicht bekannt. Nach dem Numero-Zeichen setzt man – nicht mehr, und nicht weniger – einen Wortzwischenraum.

Das Paragrafzeichen wird mit einem Wortzwischenraum gesetzt. Das Prozentzeichen — ohne Wortzwischenraum.

 

Abkürzungen

In Russland sind verschiedene Arten von Abkürzungen weitverbreitet. Es gibt Abkürzungen mit einem Punkt am Ende (Gen. Sarapina). Dabei wird der Wortzwischenraum nach dem Punkt etwas verringert. Es gibt auch Abkürzungen ohne Punkt (UdSSR).

Einfache Regeln gibt es nicht. Manche Sachen muss man wissen: Stunden [tsch]
und Minuten [min] werden ohne Punkt abgekürzt. Russische Währung, Rubel und Kopeken, hingegen mit Punkt.

 

Anschrift

Die Adresse in Russland beschreibt den Weg des adressierten Briefes: Zuerst das Land und den Ort, dann die Straße mit der Hausnummer. Die Wohnungsnummern sind weitverbreitet, weil russische Briefkästen nicht namentlich beschriftet sind.

Ganz zum Schluss stehen der Nachname des Empfängers mit den Initialen
von Vor- und Vatersnamen. Bitte beachten Sie, dass der Nachname dekliniert wird – wem schreibe ich? – also im Dativ.

 

Die lokale Telefonnummer
wird klassisch
in Zweiergruppen
von hinten unterteilt,
mit einem Trennstrich.

 

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